Galerie Lengershaus

„Dazwischen“ Fotografien 1980 - 2026

Aleš Sobota
20.9.2026 – 6.12.2026

Jeden 1. und 3. Sonntag 14.30 bis 17.30

Der Fotograf Aleš Sobota wurde 1951 im heutigen Tschechien geboren, einem Land mit ausgeprägter fotografischer Tradition. Der Prager Frühling und dessen Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes im Jahr 1968 ist bis heute ein Thema, mit dem sich Sobota beschäftigt. Er emigrierte als Folge dieser Ereignisse 1969 nach seinem Abitur nach Deutschland.
Schon früh inspirierte ihn sein älterer Bruder, der mit einer Mittelformatkamera fotografierte. In den 1970er Jahren begab sich Sobota auf die experimentelle Suche nach dem einen, für ihn bedeutenden Thema für seine eigenen Fotografien und streifte dabei die Gattungen Landschaft und Porträt. Beeinflusst wurde er dabei vom Fotografen Henri Cartier-Bresson und seiner Theorie vom entscheidenden Augenblick in der Bildgestaltung.

Sobota distanzierte sich bewusst von der Düsseldorfer dokumentarischen Fotografie, indem er deutlich Stellung zu seinen gewählten Motiven bezog und beispielsweise Emotionen thematisierte.
In den 1980er-Jahren arbeitete Sobota  in England und entwickelte fotografische Serien, die den Alltag in Krankenhäusern einfingen.

Nach der Rückkehr nach Deutschland und der Geburt der eigenen Kinder fand Sobota neue Ideen für seine Fotografien. Besonders fasziniert zeigte sich der Künstler vom kindlichen Spiel, den selbst erschaffenen Welten und dem Ausblenden von Realitäten.

Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Ales Sobota zeigen ein ausgeprägtes Spiel von Licht und Schatten und erinnern damit an tschechische Vorbilder, beispielsweise den international bekannten Fotografen Josef Koudelka. Die Fotografie versteht sich als Momentaufnahme, in der Bewegung und Ruhe in ein spannungsvolles Verhältnis treten. Der flüchtige Augenblick wird nicht lediglich dokumentiert, sondern durch bewusste Entscheidungen in Perspektive, Ausschnitt, Ansicht und Komposition als eigenständige Bildwirklichkeit erschaffen. Die weitgehende Zurückhaltung in der digitalen Nachbearbeitung bewahrt die Unmittelbarkeit des aufgenommenen Moments und lässt die formalen Entscheidungen des Fotografen in den Vordergrund treten.

In Sobotas Werken sind immer wieder auch surreale Tendenzen zu erkennen, die durch die Kombination von der menschlichen Figur und Architektur an die malerischen Werke Giorgio de Chiricos erinnern. 

Ausgewählte Werke